Glossar: Begriffe rund um ISO 9001 und Zertifizierung

Von Abweichung bis Zertifizierungsstelle: Hier sind die Begriffe rund um ISO 9001, Qualitätsmanagement und Zertifizierung kurz und verständlich erklärt, jeweils mit Verweis auf den Artikel, der das Thema ausführlich behandelt.

Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe rund um ISO 9001 und die Zertifizierung in eigenen Worten. Die verbindlichen Definitionen der Qualitätsbegriffe stehen in ISO 9000; für die Fassung 2026 hat ISO 9001 zusätzlich eigene Begriffe für Qualitätsmanagementsystem, Qualitätspolitik und Qualitätsziele bekommen (Global ACI-TECH-3-TR).

0–9

8D-Report: Methode, um ein Problem oder eine Reklamation in acht Schritten zu lösen, von der Teambildung bis zur Würdigung. Siehe 8D-Report.

A

Abweichung: eine nicht erfüllte Anforderung, auch Nichtkonformität genannt. Zertifizierungsstellen unterscheiden meist schwere und leichte Abweichungen. Siehe ISO-9001-Audit.

Akkreditierung: Bestätigung durch eine unabhängige Stelle, dass eine Zertifizierungsstelle kompetent und nach den internationalen Regeln arbeitet. In Deutschland akkreditiert die DAkkS.

Anwendungsbereich: legt fest, welche Standorte, Produkte und Dienstleistungen das QM-System umfasst. Nicht zutreffende Anforderungen werden hier begründet.

Audit: systematische Prüfung, ob ein Managementsystem die Anforderungen erfüllt und wirksam ist. Es gibt interne Audits, Audits durch Kunden und Audits durch die Zertifizierungsstelle.

Auditprogramm: Plan, welche Prozesse wann und von wem intern auditiert werden. Siehe Internes Audit.

Audittag: Maßeinheit für die Auditzeit, normalerweise 8 Stunden. Wie viele Audittage nötig sind, regelt IAF MD 5.

D

DAkkS: Deutsche Akkreditierungsstelle. Ihre Datenbank zeigt, welche Zertifizierungsstellen für welche Normen akkreditiert sind.

DIN EN ISO 9001: die deutsche Ausgabe der internationalen Norm, aktuell DIN EN ISO 9001:2026-11. Siehe DIN EN ISO 9001.

Dokumentierte Information: Oberbegriff seit der Fassung 2015 für alles, was ein QM-System festhält, also Vorgaben wie Prozessbeschreibungen und Nachweise wie Prüfprotokolle.

E

Erstzertifizierung: die erste Zertifizierung, bestehend aus Stufe-1- und Stufe-2-Audit.

Externe Anbieter: Lieferanten, Dienstleister und Subunternehmer, deren Leistungen die eigene Qualität beeinflussen. Siehe Lieferantenbewertung.

F

FMEA: Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse; vorbeugende Methode, um mögliche Fehler von Produkten und Prozessen zu bewerten. Siehe FMEA.

Fortlaufende Verbesserung: die Anforderung, das QM-System laufend besser zu machen. Die Fassung 2026 betont das Wort „fortlaufend“ ausdrücklich. Siehe KVP.

G

Geltungsbereich: anderes Wort für Anwendungsbereich, besonders auf dem Zertifikat.

Global ACI: Global Accreditation Cooperation, seit 1. Januar 2026 der internationale Zusammenschluss der Akkreditierungsstellen; hat IAF und ILAC abgelöst.

H

Harmonized Structure: gemeinsame Grundstruktur aller ISO-Managementsystemnormen mit den Kapiteln 4 bis 10; früher High Level Structure genannt.

I

IAF: International Accreditation Forum, bis Ende 2025 der weltweite Verband der Akkreditierungsstellen für Managementsysteme. Seine Dokumente wie IAF MD 5 gelten unter Global ACI weiter.

IAF CertSearch: Datenbank, in der sich akkreditierte Zertifikate prüfen lassen.

IAF MD 5: verbindliches Dokument, das die Auditzeit für ISO 9001, 14001 und 45001 nach Personenzahl und Komplexität festlegt. Grundlage des Kostenrechners.

Interessierte Parteien: alle, die Erwartungen an das Unternehmen haben, etwa Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Behörden und Eigentümer.

Internes Audit: Audit, das das Unternehmen selbst durchführt oder beauftragt, um sein System zu prüfen. Pflicht nach ISO 9001.

ISO: Internationale Organisation für Normung mit Sitz in Genf. Sie schreibt Normen, zertifiziert aber nicht.

ISO 9000: Norm mit den Grundlagen und Begriffen des Qualitätsmanagements.

ISO 9001: Norm mit den Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem; Grundlage der Zertifizierung. Aktuell ist die Fassung 2026. Siehe ISO 9001 einfach erklärt.

ISO 14001: Norm für Umweltmanagementsysteme, aktuell in der Fassung 2026. Siehe Zertifizierung.

ISO 19011: Leitfaden für Audits von Managementsystemen, aktuell in der vierten Ausgabe von 2026.

ISO 45001: Norm für Arbeitsschutzmanagementsysteme, gültig in der Fassung 2018.

ISO/IEC 17021-1: Norm mit den Anforderungen an Zertifizierungsstellen für Managementsysteme; Teil 3 regelt die Kompetenz für QM-Audits.

ISO/IEC 27001: Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme, gültig in der Fassung 2022.

Ishikawa-Diagramm: Fischgräten-Diagramm zur geordneten Sammlung möglicher Ursachen eines Problems. Siehe Ishikawa-Diagramm.

K

Kontext der Organisation: die internen und externen Themen, die ein Unternehmen beeinflussen, seit 2024 einschließlich der Frage, ob der Klimawandel relevant ist.

Korrekturmaßnahme: Maßnahme, die die Ursache einer Abweichung beseitigt, damit sie nicht wieder auftritt; im Unterschied zur Korrektur, die nur die Folge behebt.

KVP: kontinuierlicher Verbesserungsprozess; laufende Verbesserung in kleinen Schritten durch alle Beteiligten.

L

Lead Auditor: leitet ein Auditteam, plant das Audit und verantwortet den Bericht. Siehe Auditor werden.

M

Managementbewertung: Bewertung des QM-Systems durch die oberste Leitung in geplanten Abständen, mit Entscheidungen. Siehe Managementbewertung.

N

Nichtkonformität: anderes Wort für Abweichung.

P

PDCA-Zyklus: Plan, Do, Check, Act; Grundlogik jeder Verbesserung und Aufbauprinzip von ISO 9001. Siehe PDCA-Zyklus.

Prozess: ein Ablauf, der aus Eingaben ein Ergebnis macht, etwa vom Auftrag zur Lieferung.

Prozesslandkarte: Übersicht aller Prozesse und ihrer Zusammenhänge auf einer Seite. Siehe Prozesslandkarte.

Q

QM-Handbuch: Dokument, das das QM-System beschreibt; seit der Fassung 2015 nicht mehr ausdrücklich gefordert. Siehe QM-Handbuch.

QMB: Qualitätsmanagementbeauftragter; koordiniert das QM-System. Seit 2015 keine Pflicht. Siehe Qualitätsmanagementbeauftragter.

Qualitätskultur: gemeinsame Werte, Haltungen und gelebte Praxis eines Unternehmens rund um Qualität; die Leitung soll sie nach der Fassung 2026 fördern.

Qualitätsmanagementsystem (QMS): die Gesamtheit der Regeln, Abläufe, Verantwortlichkeiten und Nachweise, mit denen ein Unternehmen Qualität sichert. Siehe Qualitätsmanagementsystem.

Qualitätspolitik: kurze Erklärung der Leitung, wofür das Unternehmen in Sachen Qualität steht. Siehe Qualitätspolitik.

Qualitätsziele: messbare Ziele mit Termin und Verantwortlichen, abgeleitet aus der Qualitätspolitik.

R

Rezertifizierung: erneutes Audit des ganzen Systems vor Ablauf des Zertifikats, in der Regel nach drei Jahren.

Risikobasiertes Denken: Planen und Umsetzen von Maßnahmen zu Risiken und Chancen. Siehe Risiken und Chancen.

S

Selbsterklärung: schriftliche Erklärung eines Unternehmens, dass sein System eine Norm erfüllt, ohne Prüfung durch eine Zertifizierungsstelle.

Stufe-1-Audit: erster Teil der Erstzertifizierung; die Stelle prüft, ob das Unternehmen bereit für Stufe 2 ist.

Stufe-2-Audit: zweiter Teil der Erstzertifizierung; Prüfung der Wirksamkeit vor Ort.

U

Überwachungsaudit: jährliches Audit der Zertifizierungsstelle zwischen Erst- und Rezertifizierung.

Umstellungsaudit: Audit für den Wechsel eines Zertifikats auf eine neue Normfassung, etwa von ISO 9001:2015 auf 2026. Siehe Umstellung auf ISO 9001:2026.

Z

Zertifikat: Bestätigung einer Zertifizierungsstelle, dass das Managementsystem die Norm erfüllt; in der Regel drei Jahre gültig. Siehe ISO-9001-Zertifikat.

Zertifizierungsstelle: unabhängige Stelle, die Unternehmen auditiert und Zertifikate ausstellt. Siehe Zertifizierungsstelle wählen.